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Bebilderter Reisebericht Teil I: Baden-Baden - Nancy

Am Bahnhof Baden-Baden steigen wir aus dem Zug. Drei Wochen Radurlaub liegen vor uns.. Wir platzieren den Reiseführer „Canal, Café & Cathédrale'' auf der Lenkertasche und los geht's.



Obwohl uns Frankreich lockt, lassen wir uns den Abstecher ins Zentrum von Baden-Baden nicht entgehen. Die heißen Quellen, das Spielcasino, das Weiß der aristokratischen Gebäude, die verwinkelten Gassen der Altstadt und die weltberühmte „Lichtentaler Allee'' laden dazu ein, gesehen zu werden.

Bald rollen wir über die ländlich geprägte Rheinebene mit fruchtbaren Feldern und feuchten Auwäldern. Die romanische Kirche in Rheinmünster-Schwarzach möchten wir heute unbedingt noch sehen. Dort gibt es auch ein Bed-and-Bike-Hotel. Wir bevorzugen den Campingplatz am Rhein, wo uns ein See zum Baden lädt.



Morgendliches Vogelgezwitscher weckt uns. Mit der Fähre namens „Drusus'' überqueren wir den Rhein und bekommen nun französischen Boden unter die Reifen. Wir müssen uns entscheiden: Bleiben wir auf der Hauptroute, machen wir einen kleinen Umweg über das Städtchen Haguenau oder nehmen wir die 25km Umweg über Strasbourg in Kauf. Wir wählen Letzteres.

Die Fahrt auf der Véloroute Rhein/Rhin durch die schmucken elsässischen Dörfchen mit ihren kleinen Fachwerkhäuschen ist ein Genuss. Sie führt uns kurz vor der Stadt noch einmal durch einen Wald mit schönen Picknickplätze für die Mittagspause mit frischem Baguette. Dann radeln wir hinein ins Zentrum von Strasbourg.



Diese Stadt ist es wert, einen Tag Pause einzulegen. Den Abend genießen wir mit einem elsässischen Riesling im Stadtviertel „Petite France''. Vielerlei Sehenswertes erwartet uns am nächsten Tag. Vor allem besichtigen wir die gothische Kathedrale. Wir besteigen den Turm und sind Punkt zwölf Uhr an der astronomischen Uhr. Auch eine Bootsfahrt auf dem Ill genehmigen wir uns.

Beim Europaparlament treffen wir auf unseren künftigen Reisebegleiter, den „Canal de la Marne au Rhin''. Die nächsten 90 Kilometer folgen wir ihm Seite an Seite auf gut ausgebauter Piste. Der ein oder anderen Seitensprung zu den elsässischen Schönheiten am Wegesrand bleibt aber nicht aus, etwas zum Badesee bei Brumath oder auf ein Bier ins Brauereistädtchen Hochfelden.



Der Kanal führt uns mitten durch die kleine Stadt Saverne. Sehenswert sind das Rohan-Schloss, die Fachwerkhäuser, die alte Kirche und der schöne Rosengarten. Am nächsten Tag überqueren wir die Vogesen. Besonders interessant finden wir die roten Sandsteinfelsen, das Schiffshebewerk, ein von der Natur zurück erobertes Kanalstück und den Kanaltunnel.

Inzwischen haben wir Lothrigen erreicht. Da und dort grast eine Herde weißer Charolais-Rinder. Auf kleinen Sträßchen begegnen wir immer wieder dem Kanal, der uns jetzt aber nur noch die Richtung angibt. Sarrebourg mit seinem berühmten Chagall-Fenster lassen wir rechts liegen. Beim Ort Hesse mit seiner romanischen Kirche haben wir einen schönen Blick zurück auf die Vogesen.



Die deutsch klingenden Ortsnamen enden. Nach Gondrexange kommen wir an die lothringischen Seen. Fast schon unheimlich sind wir rechts und links von Wasser umgeben. In einem Arboretum (Baumpark) machen wir Rast und erfrischen uns an einem ergiebigen Brunnen. Ein deutscher und ein französischer Soldatenfriedhof erinnern bei Lagarde an die unselige Feindschaft beider Völker.

Bei Parroy verlassen wir die Hauptroute und radeln durch den Wald nach Lunéville. Bestimmend ist dort das Schloss des Königs Stanislaus mit dem Fayencenmuseum und dem großen Schlosspark. Die Landschaft ändert sich bei Dombasle sur Meurthe. War sie bisher sehr landwirtschaftlich geprägt, so erreichen wir jetzt altes lothringisches Industriegebiet mit seinem besonderen Reiz.



Die Basilika überragt das Stadtbild von St.Nicolas. Ohne großen Touristenrummel verweilen wir darin und lassen die gotische Höhe und Weite auf uns wirken. Von hier aus kann man auf direktem Weg ins Mosel-Tal und weiter nach Paris radeln. Aber wir wollen natürlich Nancy besuchen, eine der wenigen Großstädte auf unserer Radtour. Der Rhein-Marne-Kanal führt uns sicher ins Zentrum.

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