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Bebilderter Reisebericht Teil II: Nancy - Châlons en Champagne

In Nancy ist es vor allem die Place de Stanislas, die es uns angetan hat: ein Meisterwerk der Architektur und Kunstschmiedekunst des 18. Jahrhunderts. Wer sich hier nicht in einem der Straßencafés niederlässt, ist selbst schuld. Von dort gelangt man auch direkt in einen schönen Park und in die Altstadt mit dem Herzogenpalast und anderen Museen.



Wir verlassen die lothringische Stadt so, wie wir gekommen sind, und gelangen über den Canal de Jonction ins Tal der Mosel. Der gute Radweg „Itineraire de la boucle de la Moselle'' zeigt uns, wie aus einem ehemaligen Industriegebiet ein Naturparadies werden kann. Beim Campen genießen wir die ruhige Abendstimmung direkt am Wasser.

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf. Ein langes Wegstück liegt vor uns, das uns schon bald durch das sehr sehenswerte Städtchen Toul führt. Außer den Gassen der befestigten Altstadt lohnt es sich vor allem, die gotische Kathedrale zu besuchen und die Harmonie des sich anschließenden Kreuzganges zu bewundern.



Ein ganzes Stück begleitet uns nun wieder unser alter Bekannter, der Rhein-Marne-Kanal, bis dorthin, wo uns die Eiszeit einen Bergrücken in den Weg gestellt hat, den wir nicht wie Schiff und Bahn in einem Tunnel durchqueren können. Auf der alten N4, breit, aber fast autofrei, erreichen wir bald die Meuse (Maas).

Der Fluss schlängelt sich naturbelassen durch die idyllische Landschaft. Begeistert sind wir vom Blick, der sich uns von einer Brücke aus auf das Dörfchen Troussey mit seinen breiten Dächern und der alten Dorfkirche eröffnet. Für Radfahrer, die gerne im Hotel schlafen, würde sich jetzt der Weg über Commercy mit seinem Barockschloss anbieten. Wir aber folgen der Hauptroute.



Diese führt uns auf nicht immer optimalen Wegen über die Maashöhen. Gott sei Dank gibt es in jedem Dorf einen erfrischenden Brunnen. Mit 380m ü.M. erreichen wir hier die höchste Stelle der Radtour und zugleich auch etwa die Hälfte bis Paris. Eine herrliche Abfahrt erwartet uns, hinunter ins Tal des Ornain, wo wir in Ligny en Barrois übernachten.

Der Weg geht jetzt wieder auf dem Treidelpfad dem Rhein-Marne-Kanals entlang und leitet uns mitten durch das Städtchen Bar le Duc. In die Oberstadt hinauf zu strampeln lohnt sich nicht nur wegen des berühmten Skeletts in der gotischen Stiftskirche St. Étienne und der schönen Aussicht über die Dächer der Stadt.



Bevor wir „unseren'' Kanal in die Marne entlassen, folgen wir ihm noch einmal gut dreißig Kilometer. Auf die alten Tage hat er sein Gesicht stark verändert: Sportliche Yachten haben wir keine mehr gesehen und schwere Lastkähne liegen träge im Hafen, dafür blüht es üppig am Rand, und Seerosen breiten sich auf seiner Oberfläche aus.

Ohne es zu bemerken verlassen wir Lothringen und kommen bei Sermaize les Bains in die Champagne. Den immer holpriger werdenden Weg am Kanal verlassen wir nun und wählen den Umweg über Vitry le François. Unterwegs kommen wir an einer wunderbaren Mühle im typischen Champagne-Fachwerk vorbei, ehe wir uns der Stadt nähern, die sich als wahres Wasserstraßendrehkreuz erweist.



Im Zentrum von Vitry le François befindet sich die viereckige Place de l'Arme mit Straßencafés, Restaurants und der Kirche im französischen Barock. Durch eine etwas abenteuerliche Kanallandschaft verlassen wir die Stadt am nächsten Tag und befinden uns nun im Marnetal. Wie schon so oft auf unserer Tour fahren wir leise an zwei Anglern vorbei. Ob sie wohl ein Mittagessen nach Hause bringen?

Nach 15 Kilometern treffen wir wieder auf die Hauptroute und stellen fest, dass wir das Dorf Amand sur Fion verpasst haben, seine vielen Fachwerkhäuser, die alten Mühlen und die romanische Kirche mit der kunstvollen Arkadenvorhalle. An einer gefassten Quelle direkt hinter der Kirche hätten wir auch gleich unsere Wasservorräte auffüllen können.



Weiter geht es auf der Straße oberhalb der Marne. Bald weichen wir noch einmal von der direkten Strecke ab und wenden uns Châlons en Champagne zu. Der Name der Stadt leitet sich vom römischen Catalaunum ab. Der Radweg am Marne-Seitenkanal weißt uns schnurgerade den Weg ins Zentrum, wo wir von einem großzügig angelegten Park mit Blick auf die Kathedrale empfangen werden.

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