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Bebilderter Reisebericht Teil III: Châlons en Champagne - Paris

Bei unserem Besuch in Châlons en Champagne ist die gotischen Kathedrale gerade geschlossen, umso mehr werden wir bei der Besichtigung der romanischen Kirche Notre-Dame-en-Vaux und dem dazugehörigen Kreuzgangmuseum belohnt. Das Eis auf der Place de la République mit den schönen Fachwerkhäusern müssen wir genießen, da es wie überall in Frankreich sehr teuer ist.



Am nächsten Tag heißt es früh aufbrechen, da ein weites Wegstück vor uns liegt. Außerdem decken wir uns mit Lebensmitteln ein, denn ein Geschäft wird es unterwegs in den einsamen Dörfern der Champagne nicht geben. Immer weht uns dort ein kühles Lüftchen um die Ohren, während wir gut gelaunt durch die Hügellandschaft mit den weiten Feldern radeln.

Leicht ansteigend folgen wir dem Flüsschen Somme durch ein sanftes Tal. Wenige Kilometer nördlich befinden sich die Weindörfer, in denen der berühmte Champagner angebaut wird. So erreichen wir das Gebiet der Sümpfe von Le Gond. In dieser Moorlandschaft entspringt der Petit Morin. Hier war auch immer wieder der Schauplatz vieler Schlachten.



Irgendwo in dieser einsamen Gegend müssen wir eine Übernachtung finden, ob in der komfortablen ehemaligen Abtei St.Gond oder auf dem Camping Connantre, der einige Kilometer abseits liegt. Lohnenswert ist es auch, den Umweg über das Städtchen Sézanne zu nehmen, in dessen Charme immer noch etwas von seiner Bedeutung als altem Handelsplatz durchscheint.

Achtzig Kilometer folgen wir nun dem Petit Morin durch ein überaus liebliches Tal. Etwa in der Hälfte der Strecke erheben sich am Hang die Häuser von Montmirail. Kirche und Schloss verstecken sich hinter der Stadtmauer und grüßen herunter. Dort oben gibt es endlich auch wieder alles, was man auf einer Radreise braucht: Schlafplatz, Lebensmittel und Fahrradgeschäft.



Zwar immer noch ländlich geprägt, macht sich dennoch langsam der Einfluss des stark besiedelten Pariser Beckens bemerkbar. Am Ende des Petit Morin-Tales haben wir die Wahl: Fahren wir über die neue Stadt La Ferté sous Jouarre im Marnetal oder über das alte Kloster Jouarre auf der Höhe, wo es unter anderem die berühmte 1300 Jahre alte Krypta aus der Karolingerzeit zu sehen gibt.

Dem großen Bogen, den die Marne in dieser Gegend macht, müssen wir nicht folgen. Dafür wird uns noch einmal Steigung abverlangt. Der Anstrengung folgt aber die Belohnung durch eine lange Abfahrt mit einer grandiosen Aussicht auf das Häusermeer von Meaux und Umgebung. Die Strecke führt uns auf einem Pfad am Fluss entlang und über den Pont du Marché mitten ins Zentrum.



Die Cathédrale St. Étienne überragt in ihrer französischen Gotik alle anderen Gebäude. Dahinter befindet sich im alten Bischofspalais ein interessantes Museum. Nachdem wir alles gesehen haben, erwerben wir uns im Marktviertel ein Stück Brie de Meaux. Diesen Käse verzehren wir in einem kleinen Park an der Marne mit Blick auf die Stadt.

Der Canal de l'Ourq, den Napoleon zur Trinkwasserversorgung von Paris angelegt hat, wird uns nun die letzten fünfzig Kilometer unserer „Tour de France'' begleiten. Wir verstehen nicht, warum der Weg direkt am Kanal zunächst für Radfahrer gesperrt ist. Wir folgen also auf kleinen Straßen dem „Circuit des Boucles de la Marne''. Bei Annet sur Marne campieren wir zum letzten Mal vor Paris.



Hätten wir Kinder dabei, bliebe uns wahrscheinlich ein Tag im nahen „Disneyland'' nicht erspart. So aber steuern wir direkt auf das Herz Frankreichs zu. Wir staunen, wie viel Grün uns durch die als grau verschrieenen Vorstädte umgibt. Immer mehr Brücken überspannen unseren Weg am Kanal. Wie durch ein enges Tor gibt uns die Brücke der Autobahn „Périphérique'' Einlass in die Weltstadt.

Paris begrüßt uns im Parc de la Vilette mit der Spiegelkuppel des Panoramakinos Géode und anderen interessanten Installationen. Wir folgen dem Kanal, der später überdeckelt ist, zum Place de la Bastille und weiter über die Seine-Inseln nach „Notre Dame'', der gotischen Urkathedrale. Hier befindet sich der Point Zéro, Frankreichs Kilometer null und das Ziel unserer Radreise.



Wir bleiben einige Tage in Paris. Vom Radweg an der Seine zweigen wie von einer Hauptschlagader die Zufahrten zu fast allen Sehenswürdigkeiten ab: etwa zur Sainte Chapelle, zum Louvre oder zum Eiffelturm. Schließlich gelangen wir durch die abendliche Ruhe des Bois de Bologne zu unserem Campingplatz. Vom Gare de l'Est aus fahren wir dann mit dem Zug zurück nach Hause.

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